Die Entwicklung des Fußballs im TuS Valmetal seit 1974

Eines der wesentlichen Argumente für die Fusion des TuS Ramsbeck und des SV Heringhausen im Jahr 1974 war der Wunsch, durch diese: Schritt sowohl im Senioren als auch im Jugendbereich auf Dauer keine leistungsstarke und sportlich erfolgreiche Fußballmannschaften stellen zu können.

Ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen? Wie hat sich der Fußball im TuS Valmetal in den knapp zwei Jahrzehnten nach der Fusion entwickelt?

 Das 100 jährige Jubiläum des Vereins ist Anlass, eine vorläufige Bilanz zu ziehen.

 Die Anfangsjahre der neuen “Fußball-Ehe“ gaben den Initiatoren der Fusion recht. Im ersten Jahr gelang der neu gebildete Mannschaft unter ihrem Trainer Dieter Schmidt aus Meschede zwar nur ein Mittelplatz, doch danach war ein deutlicher Aufschwung erkennbar. Nachdem Reinhold Bültmann, der viele Jahre in der Landesligamannschaft des TSV Bigge-Olsberg gespielt hatte, zurückkehrte und die Seniorenfußballer als Spielertrainer übernahm, konnte die 1. Mannschaft hinter dem damaligen Meister BC Eslohe die Vizemeisterschaft erringen. Auch das zweite Jahr unter Reinhold Bültmann verlief ähnlich erfolgreich. Als dieser dann jedoch noch einmal als Spieler zum TSV Bigge-Olsberg wechselte, war ein “Zwischentief“ die Folge: Die Mannschaft, von einem Trainergespann aus zwei aktiven Spielern (R. Pieper und P Vollmer) trainiert, hatte Mühe, sich vor dem Abstieg aus de Kreisliga A zu retten. Nicht zuletzt deshalb kamen am 18. Mai 1978 einige Herren des Hauptvorstandes und der Fußballabteilung zu einer “Krisensitzung“ zusammen. Zu beraten war die Frage, wie in Zukunft ein ordnungsgemäßer Trainings- und Spielbetrieb aufrechtzuerhalten wäre. Da man es als Verpflichtung ansah, den guten Jugendmannschaften optimale Voraussetzungen für die Zukunft zu schaffen, engagierte man den Diplomsportlehrer Werner Schweins als neuen Trainer. Eine glückliche Entscheidung, wie sich im nachhinein herausstellte, denn man darf Werner Schweins sicherlich bescheinigen, dass er während seiner Tätigkeit im TuS Valmetal wertvolle Aufbauarbeit geleistet und den Grundstein für die weiteren Erfolge der Seniorenmannschaft gelegt hat.

In seinem ersten Jahr als Trainer gelang es ihm, in der Saison 19 78/79 nach einem langen und spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Meister VfL Fleckenberg die Vizemeisterschaft zu erringen.

 Im März 1980 kam es dann zu einem spektakulären Trainertausch. Nachdem Werner Schweins von seinem ehemaligen Verein Fleckenberg wegen akuter Abstiegsgefahr aus der Bezirksliga zurückgeholt wurde, übernahm im Gegenzug der damalige Fleckenberger Trainer “Winni“ Dolle den vakanten Trainerposten beim TuS Valmetal. Mit ihm gelang schließlich in der Saison 1980/81 der angepeilte und langersehnte Aufstieg in die Bezirksliga. Das große Ziel, auf das man über Jahre hinweg hingearbeitet hatte, war damit erreicht.

 Obwohl in der Bezirksliga ein merklich rauerer Wind wehte, war die 1. Mannschaft erfreulicherweise stark genug, um sich in der neuen Umgebung behaupten zu können. Von 1981 bis 1985 erreichte sie jeweils einen Platz im gesicherten Mittelfeld. In diesen Jahren wurden den zahlreichen Zuschauern in Heringhausen und Ramsbeck gute und spannende Fußballspiele geboten. Erinnert sei hier vor allem an die mitreißenden Kreispokalspiele gegen Meschede und Remblinghausen.

 In der Saison 1985/86 musste die Mannschaft dann allerdings in die Kreisliga A absteigen. Unter ihrem neuen Trainer Berni Richard gelang ihr im Jahr darauf jedoch der direkte Wiederaufstieg. Es zeigte sich aber, dass die Mannschaft nicht mehr über genügend Substanz verfügte, um in der Bezirksliga mithalten zu können. Nach nur einer Saison (1987/88) erfolgte -  wenn auch unter äußerst unglücklichen Umständen - der erneute Abstieg in die Kreisliga A.

 Rückblickend muss man feststellen, dass die Jahre von 1980 bis 1988 in sportlicher Hinsicht die erfolgreichsten in der Geschichte des TuS Valmetal waren, da sich vorher nie eine Mannschaft  wenn auch mit einjähriger Unterbrechung über einen so langen Zeitraum in der Bezirksliga behaupten konnte. Absoluter Höhepunkt war sicherlich die Saison 1982/83. In diesem Jubiläumsjahr spielte die 1. Mannschaft in der Bezirksliga, der 2. Mannschaft gelang der Aufstieg in die Kreisliga A (aus der sie allerdings nach 3 Jahren wieder absteigen musste), und die aus türkischen Spielern gebildete 3. Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Kreisliga B. (Die Mannschaft musste später nach einigen Sportgerichtsverhandlungen abgemeldet werden. Aus ihr ging später der türkische Verein Anadoluspor Ramsbeck hervor.)

 Worin lagen die Gründe für die Erfolge während der achtziger Jahre?

Zum einen verfügte der Verein - bedingt durch die gute Jugend­arbeit - über einen großen Stamm guter Fußballspieler, der zudem noch durch einige auswärtige Spieler gezielt verstärkt wurde. Von diesen sei hier nur Torjäger Hubertus Albers aus Siedlinghausen erwähnt, der in den Jahren seiner Vereinszugehörigkeit (1984 —1987) durch Beine vielen Tore maßgeblich zu den Erfolgen des TuS Valmetal beigetragen hat. Zum anderen gelang es den Verantwortlichen, mit Werner Schweins, Winni Dolle, Karl—Hubert Brambring, Reinhold Bültmann, Berni Richard und Helmut Schmidt qualifizierte Trainer zu engagieren, die in der Lage waren, aus den jeweiligen Mannschaften das Optimale herauszuholen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor war Sicherlich auch die gute Kameradschaft unter den Spielern, die sich auch auf dem Spielfeld positiv bemerkbar machte.

 Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga nach der Saison 1987/88 begannen für den TuS Valmetal schwierige Jahre, da der erforderliche Generationswechsel nicht reibungslos vonstatten ging. Die älteren Spieler, die nach dem Abstieg die Fußballschuhe an den berühmten Nagel hängten oder zu einem anderen Verein wechselten, konnten trotz der guten Jugendarbeit nicht gleichwertig ersetzt werden. So musste die Mannschaft nach zwei Jahren in der Kreisliga A den bitteren Weg in die Kreisliga B antreten. Dieser Abstieg hatte zur Folge, dass weitere Spieler den Verein verließen, da sie in höherklassigen Vereinen bessere Perspektiven für sich sahen. Während die erste Saison in der Kreisliga B trotz vieler Querelen und Probleme - Trainer Werner Schweins warf mitten in der Saison das Handtuch - noch halbwegs zufrieden stellend abgeschlossen werden konnte, bahnte sich in der Saison 1991/92 eine sportliche Katastrophe an. Nach einem Start mit 0:16 Punkten drohte der freie Fall in die Kreisliga C, was mit einiger Sicherheit das vorläufige Ende des Seniorenfußballs im TuS Valmetal bedeutet hätte. Nur durch den Einsatz von erfahrenen Spielern aus der erfolgreichen Alte Herren-Mannschaft konnte der Abstieg knapp vermieden werden.

Die Alten Herren waren im übrigen während der letzten Jahre das einzige Aushängeschild des TuS Valmetal: Sie holten in den Jahren 1990 und 1991 den Kreispokal.

Nach dem Desaster der Saison 1991/92 konnte das Motto für den Abteilungsvorstand nur lauten: “Nicht kleckern, sondern klotzen“. Um für das Jubiläumsjahr bessere Perspektiven zu haben, musste eine völlig neue Mannschaft aufgebaut werden. Nach vielen Gesprächen gelang es, fünf Spieler aus dem TuS Valmetal, die in anderen Vereinen spielten, zurückzuholen. Zusätzlich wurde die Mannschaft durch zwei auswärtige Spieler verstärkt. Mit dem ehemaligen Profi Theo Bücker aus Bestwig konnte zudem ein renommierter Spielertrainer gewonnen werden. Leider verließ er den TuS Valmetal schon nach wenigen Wochen wieder in Richtung Saudi-Arabien, da er kurzfristig ein lukratives Angebot des Vereins aus der dortigen Nationalliga bekommen hatte, bei dem er schon mehrere Jahre als aktiver Spieler und Trainer erfolgreich tätig war. Der Weggang von Theo Bücker bedeutete für den Neuaufbau der Mannschaft einen herben Rückschlag. Zum einen fehlte er als qualifizierter Trainer, der der Mannschaft in den wenigen Wochen seiner Tätigkeit in spielerischer Hinsicht viel beigebracht hat, zum anderen wurde er auch als Spielgestalter und Regisseur im Mittelfeld schmerzlich vermisst. Der Vorstand stand somit vor der Aufgabe, kurzfristig einen neuen Trainer finden zu müssen, was bekanntlich während der laufenden Saison nicht einfach ist. So mussten dann auch einige Wochen durch provisorische Lösungen überbrückt werden, ehe Anfang November Andre Köster als Spielertrainer verpflichtet wurde. Andre Köster, der zu Saisonbeginn schon als Spieler zum TuS Valmetal gestoßen ist, dann aber wegen einer Verletzung längere Zeit pausieren musste, verfügt als Inhaber der B-Lizenz sicherlich ebenfalls über die nötigen Qualifikationen, um die Mannschaft zu führen. In Anbetracht der oben aufgezeigten Schwierigkeiten konnte man mit dem sportlichen Verlauf der Hinrunde zufrieden sein. Vor der Winterpause belegte die Mannschaft mit 27 : 7 Punkten den 2. Tabellenplatz. Als Fazit bleibt festzustellen, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten trotz der Talfahrt der letzten Jahre die sportlichen Erfolge überwogen. Für die Zukunft des Fußballs im TuS Valmetal ist es jedoch entscheidend, ob es gelingt, den zur Zeit erkennbaren Aufschwung zu stabilisieren und möglichst schnell aus dem Wellental der Saison 1991/92 herauszukommen. Dieses Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn sich trotz der Tendenz zu Individualsportarten wie beispielsweise Tennis oder Fitness-Training im Sportstudio auch weiterhin genügend gute Spieler bereit finden, sich einer Mannschaft unterzuordnen und Woche für Woche mehrere Stunden in ihren Sport zu investieren. Es ist die große Hoffnung aller Fußballfreunde, dass dieses auch im 2. Jahrhundert des TuS Valmetal der Fall sein wird.

(Werner Bültmann)

Beiträge aus der Festschrift 100 Jahr TuS Valmetal

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